Grußwort des Erzbischofs

 
"Die aber auf den Herrn hoffen, empfangen neue Kraft, wie Adlern wachsen ihnen Flügel“
(Jesaja 40,31)
 
Liebe Sängerinnen und Sänger,
liebe Chorleiterinnen und Chorleiter,
liebe Gäste aus nah und fern,
 
ich freue mich sehr, Sie zum Nationalen Chortreffen der Pueri Cantores 2027 in Freiburg begrüßen zu dürfen. Dass sich mehrere tausend Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland auf den Weg machen, um gemeinsam zu singen, zu beten und einander zu begegnen, ist ein starkes Zeichen – gerade in einer Zeit, in der viele Menschen mit Sorge auf die Entwicklungen in unserer Welt blicken.
 
Das Leitwort dieses Chortreffens lautet: „Die Hoffnung fliegt uns zu.“ Hoffnung ist ein kostbares Geschenk. Sie lässt sich nicht erzwingen und nicht herstellen wie ein technisches Produkt. Sie begegnet uns oft unverhofft – in einem offenen Wort, einer helfenden Hand, einer versöhnten Begegnung oder eben in einem gemeinsamen Lied. Hoffnung erhebt den Blick über das Trennende hinaus und schenkt die Kraft, an einer besseren Zukunft mitzubauen.
 
Musik besitzt dabei eine besondere Sprache. Sie überschreitet Grenzen, die Worte oft nicht überwinden können. Sie verbindet Menschen unterschiedlicher Herkunft, verschiedener Generationen und Kulturen. Wo gemeinsam gesungen wird, entsteht Gemeinschaft. Wo Stimmen sich zu einem Klang vereinen, wird erfahrbar, dass Verschiedenheit nicht trennen muss, sondern zu einem harmonischen Ganzen werden kann. Gerade darin liegt eine wichtige Botschaft unserer Zeit.
 
Die Pueri Cantores stehen seit vielen Jahrzehnten für weit mehr als hervorragende Kirchenmusik. Sie verstehen sich als Friedensbewegung junger Menschen. Über Ländergrenzen hinweg entstehen Freundschaften, wachsen Vertrauen und gegenseitiger Respekt. In einer Welt, die vielerorts von Krieg, Gewalt und Ausgrenzung geprägt ist, wird deutlich: Frieden beginnt nicht erst auf den Konferenztischen der Politik. Frieden beginnt im Herzen des Menschen, in der Bereitschaft zuzuhören, den anderen wahrzunehmen und gemeinsam Zukunft zu gestalten.
 
Ebenso gehören Gerechtigkeit und die Verantwortung für die Eine Welt untrennbar zu unserem christlichen Glauben: Gottes Liebe gilt allen Menschen! Sie fordert uns heraus, die Würde jedes Einzelnen zu achten, Benachteiligten beizustehen und Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung zu übernehmen. Wer singt, erhebt seine Stimme nicht nur zur Ehre Gottes, sondern kann sie auch für diejenigen einsetzen, deren Stimme kaum gehört wird.
 
Ich wünsche mir, dass von diesem Chortreffen ein hoffnungsvolles Zeichen ausgeht – weit über Freiburg hinaus. Mögen die Begegnungen, die Musik und das gemeinsame Gebet dazu beitragen, Brücken zu bauen, Vertrauen wachsen zu lassen und den Glauben an eine friedliche und gerechte Welt zu stärken.
 
Allen, die dieses Festival mit großem Engagement vorbereitet haben, danke ich sehr, ebenso den vielen Ehrenamtlichen, den Gastfamilien, den Unterstützerinnen und Unterstützern sowie den zahlreichen Partnern. Ohne ihren Einsatz wäre ein solches Fest der Begegnung nicht möglich.
 
Ihnen allen erfüllende Tage in Freiburg, bereichernde Begegnungen und viele Momente, in denen Sie erfahren dürfen: Die Hoffnung fliegt uns zu – und sie trägt uns weiter.
 
Ihr
Erzbischof Stephan Burger